WOL: Unser geglücktes Experiment

Als ich das erste Mal von Working out loud (WOL) las, dachte ich: „Hej, das kenne ich doch. Da hat mal wieder jemand das Rad neu erfunden. Wozu? Wissen wir doch alles.“ Ich hatte ein Jahr zuvor einen Dale Carnegie-Kurs (DC) besucht und wusste sofort: WOL ist „DC reloaded“, nur eben unter neuer Marke und digital möglich. Wer Dale Carnegie nicht kennt: Ein Kommunikationstrainer, der in den 1940-er Jahren einen Bestseller geschrieben hat: „Sorge dich nicht – lebe!“ Es wurde zigmillionenfach verkauft und heute noch gelesen. Seine Kurse über positives Denken und Persönlichkeitsbildung werden noch heute weltweit angeboten, auch in Wien. Und einen dieser DC-Kurse habe ich besucht und viel dabei gelernt, über Zuhören, Reden, Anerkennung, seine eigen Stimme finden und sie vertreten… Und das System WOL ist genauso gestrickt, dachte ich mir.

Überraschung John Stepper

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, ich habe dem Erfinder von Workin out loud einfach ein E-Mail geschrieben und dachte nicht, dass ich eine Antwort bekäme. Ich wollte einfach meine Meinung loswerden. Nun, John Stepper hat mir tatsächlich am nächsten Tag geantwortet und mir meine These bestätigt: „WOL is like DC meets the internet.“

Und John hat mit seiner sehr persönlichen Antwort gleich vorgelebt, worum es ihm und tausenden anderen DC- und WOL-Anhängerinnen geht – es geht um Beziehungen, um Teamarbeit, um Vernetzung. Und es funktioniert! Ich konnte mit meiner Neugierde vier Frauen zu einem sogenannten Circle begeistern. Eine jener Gruppen, die gemeinsam drei Monate lang quasi gemeinsam laut arbeiten, working out loud.

Wöchentliche Inspiration und Energie

Brigitte, Lena Marie, Nicole, Elke und Ilona. Fünf Frauen, die wöchentlich im Cafe Ansari in Wien, Donnerstag früh Kaffee tranken und redeten, redeten, redeten. Wie sehr freute ich mich jede Woche auf das Treffen! Wie sehr genoss ich die Inspiration und Energie, die ich aus den ein bis zwei Stunden schöpfte! Wir hatten uns zu Beginn jede ein eigenes Ziel vorgenommen und arbeiteten gemeinsam daran – laut WOL-Programm. Mehr oder weniger laut Programm, aber darauf kam es im Endeffekt gar nicht an, wir nahmen es als Rahmen, den wir sehr weit interpretierten. Und wir hatten so viel Spaß! Und jedes Treffen umhüllte mich eine Inspirationswolke und trug mich durch die ganze Woche zum nächsten Termin. Wir formulierten Ziele, gebaren Visionen und fokussierten uns, und es zeigte sich im Laufe der Monate, was wirklich wichtig war und was weniger.

Kleine Schritte, gegenseitig anfeuern und gemeinsam feiern!

„Ob ein Traum ein Traum bleibt, liegt ganz allein bei dir selbst. Entweder du lebst ihn, oder eben nicht.“ Das ist so einfach dahingeschrieben, ich weiß. Wenn du Freundinnen hast, mit denen du den Traum teilen kannst, fix verabredet jede Woche, dann werden die Gedanken daran mächtiger. Du fokussierst leichter und öfter in der Gruppe, als allein. Seinen Traum als Symbol in der Wohnung oder im Büro so aufzuhängen, dass du ihn jeden Tag siehst, das funktioniert bei mir nur bedingt. Es ist nur ein Teil der Motivation.

Gemeinsam Ziele verfolgen ist ein wichtiger Baustein am Weg zur Vision und wirkt für mich stärker, als alleine zu visualisieren. Ich lasse mich zu leicht ablenken. Vielleicht geht es dir auch ähnlich? Ich bin vielseitig interessiert, sofort Feuer und Flamme und unglaublich kreativ beim Entwickeln von Ideen, Plänen, Prozessen. Doch dran zu bleiben ist nicht unbedingt meine Stärke, wenn (!) ich alleine vor mich hinwerke. Wenn ich umgeben bin von Menschen, die Ziele verfolgen, womöglich sogar dieselben wie ich, dann aber hallo! Dann macht der Weg zum Ziel schon so großen Spaß. Das ist übrigens eines der Geheimnisse – den Weg genießen!

Und wir müssen nicht dasselbe Ziel haben, das habe ich während dieser drei WOL-Monate auch gelernt und war mir neu. Den Spirit der anderen zu erleben, sich mit ihnen zu freuen, wenn sie wieder einen kleinen Schritt gesetzt haben, um ihrem Traum näher zu kommen – diese wohlige Wärme in mir, diese Freude für die anderen und für mich selbst… Es ist nicht einmal vorgekommen, dass wir uns gegenseitig so rührten, dass mir die Tränen kamen, vor Freude und Lust, meinen Traum zu verwirklichen und die anderen dabei zu begleiten, ihren zu erreichen.

Unsere Erkenntnisse:

  1. Wir waren es nicht mehr gewohnt, uns gegenseitig zu unterstützen, ohne zu glauben, dass wir dafür etwas geben müssten.
  2. Wechselseitiger Erfahrungsaustausch erzeugt neue Resonanz und gibt allen Seiten Denkanstöße, unabhängig von den verschiedenen Zielen.
  3. Wir wollen den Prozess, unsere Reise, den Weg zum Ziel mehr genießen.
  4. Energy flows, where attention goes!
  5. Wen ich mich auf mich konzentriere und auf das, was ich will, dann ist das etwas Gutes.
  6. Kleine Schritte planen und umsetzen.
  7. Die kleinen und großen Erfolge teilen und gemeinsam feiern.
  8. Über Projekte und Probleme reden und Feedback einholen weitet den Horizont und bringt soviele neue geniale Ideen und Lösungen.
  9. Wir haben uns von alten Strukturen emanzipiert.
  10. Sich einfach mal trauen!

Danke Brigitte, Lena-Marie, Nicole und Elke. Ihr seid meine WOL-Heldinnen, die mich durch eine herausfordernde Zeit begleiteten. Meine Begleiterinnen, Mitstreiterinnen und Herausforderinnen.

Ich durfte euch am Weg zu euren Zielen begleiten, es war saulustig und ihr habt mir soviel Energie gegeben. Danke dafür!

Working out loud – hat funktioniert! Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

3 Kommentare zu „WOL: Unser geglücktes Experiment“

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